Thema des Monats September: Weltstillwoche 30.09. – 06.10.2019

Veröffentlicht: 02. Sep 2019

Eltern stärken für das Stillen

Muttermilch ist nicht nur das natürlichste Lebensmittel der Welt, sondern sie fördert auch kurz- und langfristig die kindliche Gesundheit – zudem auch die der Mutter. Gestillte Kinder haben beispielsweise eine vielfältigere Mikroflora im Darm als nichtgestillte, was unter anderem ihre Abwehrkräfte gegen Infektionen stärkt. Zudem haben sie langfristig ein geringeres Risiko für Übergewicht und chronische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes. In den berühmten ersten 1000 Lebenstagen eines Kindes – von der Empfängnis bis zum Alter von zwei Jahren – hat die Ernährung eine programmierende Wirkung auf die Gesundheit – nicht nur im Kindesalter, sondern des gesamten Lebens. Allen Schutzbedürftigen sollte in dieser Phase die bestmögliche Ernährung zukommen: Muttermilch ist hier der Goldstandard!

Muttermilch: dynamisches und maßgeschneidertes „Superfood“

Nicht ohne Grund wird sie von vielen als Zaubertrank bezeichnet: Muttermilch hat diese vielen positiven Effekte, da sie so einzigartig und komplex aus beispielsweise Hunderten bioaktiven Komponenten zusammengesetzt ist. Die Zusammensetzung, insbesondere die Konzentration der Proteine, passt sich an die Entwicklung und Bedürfnisse des Kindes dynamisch an. Diese verändern sich vor allem im ersten Lebenshalbjahr gravierend. Ein maßgeschneidertes Stufensystem sozusagen! Wenn nicht gestillt werden kann, so sollte sich die Säuglingsnahrung am großen Vorbild orientieren.

Internationale Experten und Fachgesellschaften empfehlen deshalb, in den ersten sechs Lebens¬monaten bzw. zumindest bis zum fünften Lebensmonat ausschließlich zu stillen. Stilldaten der letzten Jahre zeigen, dass die Bereitschaft erfreulicherweise gestiegen ist, nach der Geburt zu stillen. Dies ist sicher auch den Hebammen und Kinderärzten zu verdanken, die die jungen Mütter und Eltern dabei bestärken und unterstützen.

Gemeinsam die Stillausdauer stärken

Allerdings werden viele Mütter nach einigen Monaten stillmüde. Eine aktuelle UNICEF-Studie (United Nations Children’s Fund, 2019) zur Familienpolitik in den OECD- und EU-Staaten zeigt dies: Der Anteil der über die ersten sechs Monate (nicht zwingend ausschließlich) gestillten Babys lag in den meisten Ländern bei weniger als die Hälfte, in Deutschland bei 50 Prozent. Bei 12 Monaten liegt die Stillrate in den meisten Ländern schon deutlich niedriger, in Deutschland bei 23 Prozent. Norwegen liegt zwar mit 71 Prozent Stillrate in den ersten sechs Monaten vorne, nach 12 Monaten sind es jedoch auch nur noch 35 Prozent. Japan zeigt hingegen sehr eindrucksvoll, wie ausdauernd Japans Frauen stillen: nach sechs Monaten sind es 63 Prozent und nach 12 Monaten immer noch 60 Prozent.

Viele junge Eltern sind sich nicht über die gesundheitlichen Vorteile der Muttermilch und deren Unersetzlichkeit bewusst. Es bedarf künftig noch mehr Aufklärungskampagnen, Stillfördermaßnahmen, mehr Familienfreundlichkeit in der Politik und größere Akzeptanz in der Öffentlichkeit.

Auch wir sind überzeugt, dass Muttermilch die beste Nahrung für ein Baby ist und setzen uns deshalb aktiv für das Stillen ein. 

 

Quellen

  • Abou-Dakn M: „Muttermilch ist die beste Ernährungsform für den Säugling“, NNI News, Frankfurt am Main, 2017
  • NNI Nestlé Nutrition Institute: „Breastfeeding Center“, https://www.nestlenutrition-institute.org/world-breastfeeding-week, Abrufdatum: 30.08.2019
  • NNI Nestlé Nutrition Institute: „EFCNI Workshops: Aufbau und Betrieb einer Frauenmilchbank“, https://www.nestlenutrition-institute.org/country/de/hebammen/frauenmilchbank, Abrufdatum: 30.08.2019
  • Nestlé: „Supporting breastfeeding and celebrating motherhood”, https://www.nestle.com/stories/celebrating-family-parenthood-motherhood-fatherhood, Abrufdatum: 30.08.2019
  • UNICEF Office of Research – Innocenti: „Family-Friendly Policies Report”, https://www.unicef-irc.org/family-friendly, Abrufdatum: 30.08.2019