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Heinrich Nestlé Wissenschaftspreis 2017/2018 – Gewinner wurden ermittelt.

Veröffentlicht: 12. Dez 2018

Heinrich Nestlé Wissenschaftspreis

Die Jury hat die Gewinner ermittelt!

Die Jury hat nun auf Basis der festgelegten Kriterien drei Preisträger im Fachgebiet Pädiatrie prämiert.
Aufgrund derselben Punktzahl wurde der 1. Platz zwei Mal vergeben sowie ein Sonderpreis ausgerufen. Wir gratulieren den Preisträgen!


Platz 1: Dr. med. univ. Verena Köttstorfer – Universitätsklinikum Salzburg, Division für Neonatologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde

Early introduction of complementary foods in preterm infants in Salzburg/Zu frühe Einführung von Beikost bei Frühgeborenen in Salzburg
Wissenschaftliche Daten zeigen, dass eine zu frühe Einführung von Beikost bei reifen Neugeborenen deutlich negative Auswirkungen hat. Unter anderem konnten Zusammenhänge zwischen zu frühem Beikostbeginn und Zöliakie, Diabetes mellitus und Adipositas im Erwachsenalter aufgezeigt werden. Die langzeitlichen gesundheitlichen Folgen von zu früher Beikost bei Frühgeborenen (FG) ist so gut wie gar nicht untersucht, wobei mehreren internationalen Studien zufolge eine Vielzahl an Frühgeborenen Beikost signifikant früher erhalten als reifgeborene Kinder – insbesondere bezogen auf das korrigierte Alter. In der vorliegenden Studie erhielten mehr als die Hälfte der FG Beikost vor den empfohlenen korrigiert 17 Wochen, knapp ein Viertel sogar vor korrigiert 12 Wochen. Die Studie zeigt die Notwendigkeit klarer Richtlinien für die Beikosteinführung bei FG und die Umsetzung dieser durch die Kinderärzte, vor allem auch im niedergelassenen Bereich.

Platz 1: Dr. med. univ. Christoph Binder – Imperial College London, Section of Neonatal Medicine

Body composition following necrotising enterocolitis in preterm infants
The nutritional management in preterm infants that develope NEC is of major importance, but the optimum rate of growth and magnitude of nutrient delivery are uncertain. International consensus guidelines (ESPGHAN) acknowledge the poor evidence base for recommendations. However, slower growth and lower non-ATM are associated with poorer neurodevelopmental outcomes. We firstly provide corroborative evidence that the nutritional regimen in preterm infants following NEC appears inadequate to achieve growth and body composition (especially non-ATM) equal to that of healthy full-term infants. Therefore, an important ongoing uncertainty in preterm practice is whether nutritional practices that target the body composition of the full-term infant result in benefit to preterm neurodevelopment without compromise to metabolic health and longevity. A prospective study (enteral and parenteral nutritional management) in preterm infants with NEC is in the planning process.

Sonderpreis: Dr. med. Natascha Köstlin – Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen, Abteilung Neonatologie

Granulocytic myeloid-derived suppressor cells accumulate in human breast milk and modulate T-cell and monocyte function
Frühgeburtlichkeit ist die wichtigste Ursache für perinatale Morbidität und Mortalität. Die Sterblichkeit von Frühgeborenen (FG) steigt mit sinkendem Gestationsalter auf bis zu 40% an. Die nekrotisierende Enterokolitis (NEC) zählt zu den wichtigsten Todesursachen von FG. Sie ist eine Erkrankung des FG-Darmes, bei der es zu einer generalisierten Infektion mit überschießender Entzündungsreaktion und Zerfall der Darmwand kommt. Die Ernährung mit Muttermilch (MM) wirkt sich protektiv auf das Auftreten der NEC aus. Durch die vorliegende Arbeit konnte ein neuer Mechanismus aufgezeigt werden, wie Bestandteile der MM die intestinale Immunantwort des Neugeborenen beeinflussen. Das Vorhandensein von MDSC in der MM könnte dazu beitragen, dass die intestinale Entzündungsantwort gehemmt und damit der Verlauf der NEC günstig beeinflusst wird. Durch eine Weiterentwicklung dieser Erkenntnisse könnten Mortalität und Morbidität von FG gesenkt und damit die Entwicklung in den ersten 1000 Lebenstagen entscheidend verbessert werden.